Abstillen

AT 2023 | 5 MIN | Ohne Worte

Regie: Christiana Perschon

Kamera: Christiana Perschon

Schnitt: Christiana Perschon

Darsteller:innen: Christiana Perschon

Hier ist der Punkt, an dem du aufhörst und ich anfange. Stillzeit. Sie hält fest, sie nimmt auf, sie trägt Sorge: Die Kamera als Spurenleserin der radikalen Intimität wie auch Entfremdung vom eigenen Körper. Die transformative Erfahrung endet mit Abstillen, da wo die nährende Substanz auf meine Kameralinse trifft.

 

 

Ein analoger-Homemovie als Körperkino und radikal-subjektive Selbsterfahrung. Christiana Perschon filmt sich selbst und ihre milchgebenden Brüste in einem vierfachen Splitscreen. Die auf die Linse gespritzte Muttermilch rinnt durchs Bild. Perschons Kind greift nach Brust und Kamera zugleich. Wo sich eine Entfremdung zwischen dem eigenen Körper und den eigenen Bildern anbahnte, gibt es plötzlich Annäherung: Die Kamera wird körperlich, sie muss genährt werden. Der Titel verweist auf die Entwöhnung von der Brusternährung. Wo sich aber der Körper des Kindes entwöhnt, gewöhnt sich der Kamerablick an die hervorschießende Milch. Dass Bilder stillender Brüste nicht zum Inventar des Kinos gehören sagt viel aus, und das verleiht der ausgestellten Intimität auch körperpolitische Bedeutung. (Patrick Holzapfel; diagonale)

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