Malmkrog
Regie: Cristi Puiu
Drehbuch: Cristi Puiu, Vladimir Solovyov
Kamera: Mihai Burtan, Tudor Vladimir Panduru
Schnitt: Andrei Iancu, Bogdan Zarnoianu, Dragos Apetri
Darsteller:innen: Agathe Bosch, Bogdan Geambașu, Diana Sakalauskaité, Edith Alibec, Frédéric Schulz-Richard, István Téglás, Judith State, Levente Nemes, Marina Palii, Simona Ghita, Sorin Dobrin, Ugo Broussot, Vitalie Bichir, Zoe Puiu
Es sind ausgewählte Gäste, die sich über die Weihnachtsfeiertage im aristokratischen Herrenhaus des Gutsbesitzers Nikolai, eines Mannes von Welt, einfinden; darunter ein Politiker, eine junge Gräfin sowie ein General mit Gattin. Man verweilt – welch wunderbare, sehnlich vermisste Form des Daseins –, man diniert, übt sich in Gesellschaftsspielen und diskutiert über die rechte Form von Herrschaft angesichts politischer Ohnmacht, über Fortschritt und Moral, Tod und Antichrist. Die Debatte wird hitziger, immer stärker kommen kulturelle Unterschiede zum Vorschein, die Stimmung ist angespannt. Am Ende werden alle Opfer des eigenen Diskurses sein.
Puiu ist ein Mann der Extreme, jeder Film ein ästhetischer Wurf, ein Eintauchen in die Tiefe der Zeit. Als globale Reise durch die Geschichte und Tour de Force des Denkens – die Vorlage stammt vom russischen Philosophen Wladimir Solowjow – fügt sich auch Malmkrog in diese Reihe. Dennoch ragt der Film mit perfekter Mise en Scène und Epochen-Look stilistisch heraus und verstärkt das hohe intellektuelle Niveau des Œuvres: Ein faszinierendes Fresko und scharfe Zeitkritik zugleich.
- Berlinale 2021 - Sektion Encounters Regiepreis
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