Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

DE 2020 | 124 MIN | dt.

Regie: Bettina Böhler

Drehbuch: Bettina Böhler

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Helge Schneider

Ton: Adrian Baumeister, Daniel Iribarren

Darsteller:innen: Christoph Schlingensief, Tilda Swinton, Udo Kier, Corinna Harfouch, Hildegard Knef, Martin Wuttke, Helga Stöwhase, Volker Sprengler, Helge Schneider, Bernhard Schütz, Sophie Rois, Dietrich Kuhlbrodt, Irm Hermann, Sergej Gleithmann, Margit Carstensen, Alfred Edel, Susanne Bredehöft, Kerstin Graßmann, Fritzi Haberlandt, Sachiko Hara, Evelyn Herlitzius, Leander Haußmann, Fabian Hinrichs, Brigitte Kausch, Peter Kern, Renate Kohn, Stefan Kolosko, Vladimir Konetzny, Andreas Kunze, Katrin Köster, Eva-Maria Kurz, Dieter Lersch, Alejandro Marco-Buhrmester, Claudia Münch, Astrid Meyerfeldt, Kalle Mews, Joseph Damian, Ortiz Garcia, Johnny Pfeiffer, Mira Partecke, Achim von Paczensky, Ingrid Raguschke, Almut Riebe, Christian Roethrich, Norbert Schliewe, Sebastian Rudolph, Katharina Schlothauer, Reinald Schnell, Steffen Scheumann, Axel Silber, Angela Winkler, Marie-Lou Sellem, Joachim Tomaschewsky, Wolfgang Wimmer, Mike Wiedemann, Christiane Tsoureas, Karin Witt

Mit seinen „Heimatfilmen“, seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst hat der Regisseur Christoph Schlingensief über zwei Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt.


SCHLINGENSIEF – IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN von Bettina Böhler unternimmt als erster Film den Versuch, den Ausnahmekünstler Schlingensief, der 2010 im Alter von nur 49 Jahren verstarb, in seiner ganzen Bandbreite zu dokumentieren.


Der Fokus des Films liegt in Schlingensiefs Auseinandersetzung mit Deutschland. Sein Verhältnis zu diesem Land war sehr widersprüchlich: Einerseits verspürte er eine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Herkunft, seiner Kernfamilie und so etwas wie „Heimat“, andererseits rebellierte er gegen sie – auch gegen den Kleinbürger in sich selbst – und provozierte bis hin zur Forderung „Tötet Helmut Kohl“ auf der documenta X 1997. Dass er 2004, am deutschesten Ort der Hochkultur, in Bayreuth Wagners Erlöser-Oper „Parsifal“ inszenieren durfte und später die Einladung erhielt, den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig zu gestalten, erfüllte ihn auch mit Stolz, weil er erkannte, dass die Hassliebe zu seinem Land doch noch mit Anerkennung erwidert wurde.


Es ist ein Montage-Film der Editorin Bettina Böhler, die zwei der wichtigsten Filme von Christoph Schlingensief, TERROR 2000 und DIE 120 TAGE VON BOTTROP geschnitten hat. Ihr Film besteht aus sehr umfänglichem Archivmaterial aus vier Jahrzehnten: Ausschnitte aus seinen Spielfilmen, Theateraufzeichnungen, Aktionen, Fernsehproduktionen, Privataufnahmen und Auftritten in Talkshows. Der Erzähler des Films ist Schlingensief selbst.


Das Mittel der Montage, Überlagerung von Bildern, Texten und Inhalten, war ein Kernelement seines gesamten Werkes.

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